Moritz – großes Glück im Unglück

In einem Forum hat Maria von dem Kater Moritz erfahren. Er lebt in Leipzig. Ursprünglich wurde Moritz ausgesetzt und seine jetzige Familie hat dies beobachtet und ihn ohne Wenn und Aber bei sich aufgenommen.  Leider stellte sich heraus, daß Moritz sehr krank ist und seine Familie kann in diesem Jahr die so wichtige Blutuntersuchung nicht bezahlen. Glücklicherweise hilft der österreichische Tierschutzverein www.fellino.at und übernimmt diese Kosten. Und unser Verein wollte Moritz eine kleine Freude bereiten und hat ihm ein Päckchen mit seinem Lieblingsfutter geschickt.

Hier können Sie seine ganze Geschichte lesen:

Alles fing damit an, das wir ganz normal einkaufen gingen. Mit Tüten bepackt, waren wir also auf dem Weg nach Hause.
Unterwegs kam uns ein junger Mann mit Fahrrad entgegen und man hörte schon vom weiten in seiner mitgeführten Transportbox, das jämmerliche maunzen einer Katze. Gut dachten wir, vielleicht fährt er zum Tierarzt, Tiere spüren sowas ja, besonders weil sie diesen unangenehmen Besuch ja meist durch den Transport in der Box in Erinnerung behalten…

 Nun ja, der junge Mann fuhr also an uns vorbei. Das maunzen der Katze konnte man noch eine Weile hören.
Als ich mich ein paar Sekunden später jedoch umdrehte, war er verschwunden. Ich wunderte mich sehr, war dort doch nur das Stück Wald, in das er hineingefahren sein muss. Es lies mich nicht los, so überredete ich meinen Freund, daß wir doch mal schauen gehen. Was dann passierte, konnte ich gar nicht glauben. Kurz bevor wir an der Stelle ankamen, wo man in den Wald reinfahren konnte, kam dort der junge Mann raus MIT LEERER TRANSPORTBOX. Wir wollten ihn zur Rede stellen, aber unsere Chancen lagen fast Null, denn er war ja mit dem Fahrrad unterwegs und bekam natürlich flinke Füße. Nichts desto trotz gingen wir in den Wald hinein und fanden auch schon bald die Miez. Sie saß ganz verschreckt da, wusste gar nicht wie ihr geschieht, machte den Eindruck, als kenne sie das draußen sein gar nicht.
Wir gaben ihr, um ihr zu zeigen das wir ihr nix böses wollen, Wurst zum fressen und schnell fasste sie vertrauen. Da der Wald an eine Schnellstraße angrenzte und die Katze wie gesagt den Eindruck machte, das sie das draußen sein gar nicht kennt (ich hab seit ich klein war immer Katzen gehabt, deshalb hatte ich diesen Eindruck), haben wir kurzerhand entschlossen sie mit zu nehmen. Von dem Herrn war nichts mehr zu sehen…

Die Katze lies sich ohne Probleme auf dem Arm tragen, schien dankbar zu sein, das sie gefunden wurde.
Da wir erst nach Leipzig gezogen waren und uns erst später eine Katze anschaffen wollten, hatten wir natürlich nix weiter zu Hause, also ging mein Freund nochmal los und besorgte das wichtigste, wie Katzenklo und Futter, ein paar Tage später besorgten wir dann noch eine Transportbox. Moritz, wie wir ihn dann nannten, nachdem ich geschaut hatte ob es ein Männchen oder Weibchen ist, fühlte sich schnell wohl bei uns und hatte keine Berührungsängste.

Nach einige Tagen, gingen wir mit ihm zum Tierarzt, um zu sehen ob er soweit gesund ist. Das war er auch, jedenfalls auf dem ersten Blick. Der Weg zum Tierarzt war für Moritz natürlich gar nicht schön, verbindet er doch nun mit der Transportbox gar nichts gutes. Er hat genauso jämmerlich gemaunzt wie an dem Tag als er ausgesetzt wurde, aber wir wollten ja auch kein Risiko eingehen. Er wurde an dem Tag gleich noch geimpft, da ja keiner wusste ob er einen Impfschutz hat. Der Tierarzt hat auch gesagt, dass er denkt, das Moritz eine reine Wohnungskatze war (anhand der Krallen und allgemein der Zustand der Pfoten). Vom Alter her hat er Moritz auf etwa 4-5 Jahre geschätzt. Beruhigt, das Moritz also gesund ist, gingen wir wieder nach Hause.

 Doch unser Beruhigt-sein durfte leider nicht sehr lange wahren. Nach 1 oder 2 Wochen bekam Moritz jede Nacht 3-4 Krampfanfälle, bei denen er unkontrolliert Urin und Kot verlor. Mein erster Gedanke war: Epilepsie
Das schlimme daran war, dass Moritz immer auf dem Kleiderschrank geschlafen hat und dann natürlich runtergefallen ist. Wir haben dann weitestgehend versucht das alles zuzustellen, damit er nicht mehr hochkam, aber er fand immer einen Weg.
Ich erkundigte mich bald beim Tierarzt und er sagte da müssten wir eine Blutuntersuchung machen und dann weiter schauen.

Also nahmen wir auch das in Angriff. Moritz hat super mitgemacht und sich ohne mit der Wimper zu zucken Blut abnehmen lassen. Nach ein paar Tagen kam das Ergebnis und das Blut war in Ordnung, man konnte dort also nichts finden, was auf Epilepsie deuten würde. Der Tierarzt war sich unsicher, da die Anfälle nur Nachts kamen.
Der nächste Weg wäre MRT, CT und/oder Röntgen gewesen. Sofort hätte ich das getan, aber leider fehlte uns das Geld dazu, denn das kostet ja eine Menge. Also blieb mir keine andere Wahl als alles erstmal so zu lassen wie es war.
  Der Tierarzt machte mir aber noch den Vorschlag, dass ich doch einmal versuchen sollte so einen Anfall zu filmen.
Also passte ich fortan nun auf wann Moritz Anzeichen machte einen Anfall zu bekommen. Manchmal schlief er bei uns im Bett und dann merkte ich es an bestimmten Zeichen, wenn es wieder so weit war. Er wurde dann sehr unruhig und bildete viel Speichel, fing erst ganz leicht an zu zucken und dann ging es schlagartig in einen Krampfanfall über. Ich bewaffnete mich also jede Nacht mit Taschenlampe (mein Freund muss früh um 4 raus, da ist nix mit großen Licht anmachen 😉 ) und Handy um den Moment des Krampfes zu erwischen und eine halbwegs gute Aufnahme hinzubekommen. Als es endlich klappte nach vielen missglückten Versuchen, ging ich sofort am nächsten Tag zum Tierarzt und zeigte ihm das Video. Als er es sah, bestätigte er meinen Verdacht der Epilepsie eindeutig. O.K., nun wussten wir wenigstens endlich was er hatte.

Der nächste Schritt war dann die Medikamenteneinstellung. Moritz bekam Luminaletten verordnet. Wir begannen mit einer halben Tablette abends. Zu unserer aller Überraschung schlugen diese SOFORT an und ab der ersten Gabe, gab es keinen einzigen Anfall mehr. Da war selbst der Tierarzt überrascht, weil es eigentlich 2-4 Wochen dauert er die Wirkung zeigen und die Anfälle ganz weg sind. Nach 6 Wochen wurde der Wirkstoffspiegel im Blut überprüft. Zu niedrig, wir erhöhen auf eine dreiviertelste Luminalette. Ok, also taten wir das.
Nach erneuten 6 Wochen wurde nochmal geprüft und nun war er ok. Moritz war recht träge geworden, da die Luminaletten einen schläfrigen Zustand hervorrufen, aber das hat sich mittlerweile auch gegeben und er ist so mobil wie er es vorher auch war.

Seit Ende März 2011 machen wir nun die Therapie und Moritz ist wirklich bei allem sehr kooperativ und macht super mit. Die Tablettengabe klappt super. Nun steht eben die jährliche Blutkontrolle aus und es fehlt das Geld, da wir uns momentan in einer finanziellen Extremsituation befinden, welche sich aber hoffentlich bald klärt. Wir sind auf jeden Fall froh das Moritz mit den Tabletten ein sonst völlig normales Leben führen kann und wir sind froh das wir ihn damals mitgenommen haben, denn eine Epilepsiekatze die draußen auf sich allein gestellt ist, das wäre sein Tod gewesen.
Moritz erfreut uns jeden Tag aufs neue und man kann sich richtig mit ihm „unterhalten“. Er regiert auf jede Ansprache mit einem freundliche Miauen. Mittlerweile haben wir auch noch 2 andere Tiger bei uns und die 3 verstehen sich prächtig.  Auch mit unseren beiden Jungs arrangieren sich die Katzen gut, haben sowas wie einen Beschützerinstikt gegenüber ihnen entwickelt, z.B. wenn mal einer weint und wir reagieren nicht gleich, dann kommt mindestens eine Katze und stellt sich vor uns, frei nach dem Motto: Wollt ihr nicht mal schauen gehen.

Ja, das war Moritz Weg zu uns, und wir hoffen, dass er seinen Weg noch lange mit uns gehen kann.

Und wir hoffen dies auch und wünschen Moritz und seiner Familie weiterhin viel Glück. Seine Familie hat nicht weggeschaut und Moritz in einer großen Notlage geholfen.